Lernt ihr Kind erst auf den letzten Drücker?

Neigt Ihr Kind dazu, das Lernen für die Klassenarbeiten auzuschieben? Machen Sie mit bei unserer Umfrage. Plus: Tipps, wie Schüler den Einstieg in Hausaufgaben oder Lernen finden.

 

Aufschieben – ist das für Ihr Kind ein Problem?

Der Termin für die Klassenarbeit ist seit Wochen bekannt, doch erst am Nachmittag davor schlägt Ihr Kind endlich seine Schulbücher auf? Weil vorher immer irgendetwas dazwischen kam – das Fußballspiel oder das wichtige Telefonat mit der besten Freundin?

 

Nie wieder aufschieben!

Hausaufgaben oder das Lernen aufschieben – dieses Problem betrifft Schüler aller Altersstufen. Doch dagegen lässt sich etwas tun:

 

Gründe gegen statt für das Aufschieben finden

Der erste Schritt zur Besserung ist für Margarita Engberding, Leiterin der Psychotherapie-Ambulanz der Uni-Münster, die Blickrichtung zu ändern. Damit meint die Diplom-Psychologin, die seit Jahren die Startschwierigkeiten beim Lernen erforscht, nicht länger die Gründe fürs Aufschieben zu sehen, sondern ganz gezielt zu fragen: „Was spricht dafür, etwas hier und jetzt zu machen?“

Die Antworten darauf sollten Schüler möglichst selbst finden, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Argumente wie „Ich mache meine Hausaufgaben, weil meine Mutter das will“, definitiv keine Lust aufs Arbeiten machen.

Tatsächlich kennen die meisten Kinder auch überraschend viele Gründe, warum das Lernen gerade jetzt sinnvoll ist: weil sich dadurch Ärger in der Schule vermeiden lässt, weil der Unterricht mehr bringt, wenn man gut vorbereitet teilnimmt, oder weil die Freizeit anschließend deutlich entspannter ist.

 

So unterstützen Sie Ihr Kind im Kampf gegen das Aufschieben

Die zweite Komponente, damit Schüler die Dinge schnell anpacken und nicht mehr so lange aufschieben: ein Motivationskick von den Eltern. Denn auch das ist erforscht. Mütter und Väter können die innere Antriebskraft ihres Kindes fördern, wenn sie sich ihm emotional zuwenden, es in seiner Selbstständigkeit unterstützen und gute Strukturen schaffen. Ganz konkret heißt das:

  1. Das Kind dazu anhalten, genau dann zu beginnen, wenn es sich das vorgenommen hat, und dann abzubrechen, wenn die gesetzte Zeit abgelaufen ist.
  2. Hilfe bei der Erstellung eines Zeit- oder Lernplans anbieten; das brauchen selbst „Große“ in den Klassen 8 bis 10 oft noch.
  3. Freundliche Blicke senden. Sie reichen tiefer als Gesten oder Worte, weil sie die Seele des Kindes berühren und sagen: „Ich finde dich gut.“

Starthilfe-Check gegen das Aufschieben

Dies ist kein Test, sondern eine kleine gedankliche Übung. Sie soll Schülern zu einem besseren Lernstart verhelfen und so dem Aufschieben vorbeugen. Wenn Ihr Kind die Punkte durchgeht, kommt es seinen persönlichen Bedürfnissen beim Lernen auf die Spur.

Am besten kann ich mich konzentrieren, wenn …

  • … es ganz ruhig ist
  • … ich genau weiß, was ich machen muss
  • … ich alleine bin
  • … ich im Team arbeite
  • … jemand in meiner Nähe ist
  • … ich mir die Aufgaben zutraue
  • … ich mich beobachtet fühle
  • … mir eine Arbeit Spaß macht
  • … ich weiß, wozu ich lerne
  • … ich unter Druck stehe
  • … ……………………………….. (anderes)

 

Quelle:

www.eltern.de